Sexualbegleitung für Menschen mit Behinderung hat viele Vorteile.
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Sexualbegleitung: Liebe für Menschen mit Handicap

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Die freie sexuelle Entfaltung ist ein menschliches Grundrecht. Aber für viele Menschen mit Behinderung oder Handicap ist es ganz schön schwierig, passende Bettgefährten zu finden. Oft ist nicht einmal ein Besuch im Bordell eine gute Option – zu besonders sind die Voraussetzungen. Geht es Dir auch so? Du wünschst Dir mehr: Mehr Nähe, mehr Zärtlichkeit, mehr Intimität. Eine Sexualbegleitung bietet genau diese wertvollen Zutaten, speziell angepasst auf Deine Bedürfnisse. Ich verrate Dir in meinem Sex-Blog, was eine Sexualassistenz tut und wie teuer das Angebot ist.

Was macht eine Sexualbegleiterin?

Sexualbegleitung ist ein erotisches Angebot für Menschen mit physischen oder mentalen Handicaps. Eine Sexualbegleiterin berührt, massiert, stimuliert und berät ihre Kunden. Kurz gesagt: Sie erfüllt die sexuellen Bedürfnisse von behinderten Menschen.

Liebe und Lust sind ein wichtiger Teil des Lebens. Das ist bei Behinderten nicht anders. Aber für sie kann es schwierig sein, sich sexuell zu entfalten. Wenn sie Unterstützung und Pflege im Alltag benötigen, bekommen sie kaum die Privatsphäre für Masturbation, Sex oder andere lustvolle Momente. Ob in Pflegeheimen oder in der häuslichen Pflege: Die Sexualität Behinderter unterliegt einem riesigen Tabu. Sexualassistenz ist daher ein guter Weg, um mit diesem Thema umzugehen. 

Es gibt viele Begriffe für das Konzept: Manche Anbieterinnen nennen sich „Berührerinnen“, andere nutzen „Sexualbegleiterin“ als Berufsbezeichnung. Wie üblich in der Welt der professionellen Liebe gibt es keine anerkannten Berufsabschlüsse. Es gibt eine Ausbildung für Sexualassistenten, aber die ist nicht offiziell anerkennt und vermittelt vor allem praktisches Wissen. Und leider scheuen es viele Pflegeeinrichtungen, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Deswegen spielt sich Sexualbegleitung bisher in einer Grauzone zwischen Prostitution und Pflege ab. 

Übrigens: Das Gesetz unterscheidet nicht zwischen Sexualbegleitung und anderen Formen der Sexarbeit. Unter dem Nordischen Modell der Freierbestrafung wäre es verboten, für sexuelle Dienstleistungen zu bezahlen – selbst, wenn sie einem therapeutischen Ziel dienen.

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Nähe und Intimität: Der erotische Kern der Sexualbegleitung

Welchen Service die Kunden genießen, hängt von den individuellen Gegebenheiten ab. Die Begegnungen spielen sich oft ohne Sex ab, es geht mehr ums Kuscheln, Streicheln und Berühren. Aber es gibt Sexualbegleiterinnen, die mit ihren Kunden schlafen. Auch Beratung gehört zum Angebot: Welche Sextoys funktionieren für welchen Körper? Wie kann jemand Lust empfinden, der körperlich eingeschränkt ist? Und dann stellt sich natürlich noch die Frage, was behinderte Menschen machen, die besondere Kinks oder Fetische haben. 

Grundsätzlich hast Du zwei Optionen, wenn Du Dich für eine Sexualbegleitung interessierst:

  • Du kontaktierst eine Sexualassistenz, die sich ausschließlich auf die sinnlichen, emotionalen Aspekte konzentriert. Das Ziel ist fast immer eine langfristige Beziehung, die in den Pflegeablauf eingebunden ist. 
  • Die meisten Sexarbeiterinnen haben kein Problem mit behinderten Gästen. Du kannst immer nachfragen, ob eine Domina oder Escortlady auch Menschen mit Handicap empfängt. Perfekt, wenn es in erster Linie um die körperlichen, sexuellen Bedürfnisse geht! 

Die Zielgruppe deckt eine weite Spannbreite ab. Vorwiegend besuchen Sexualbegleiterinnen ältere Menschen oder Behinderte aller denkbaren Schweregrade. Mal geht es darum, erste, erotische Erfahrungen zu machen und mehr über die Welt der Sexualität zu lernen. Mal ist eine Sexualbegleitung der einzige Weg, um die Sinneslust zu befriedigen. 

Technisch gesehen zählt Sexualbegleitung zur Prostitution, aber im Selbstverständnis gibt es große Unterschiede. (Bildnachweis: © g-stockstudio – istockphoto.com)

5 Beispiele dafür, was bei der Sexualbegleitung passiert

  1. Passive Sexualbegleitung: Wie funktioniert eigentlich Selbstbefriedigung? Welche Möglichkeiten gibt es für Dich, Lust zu spüren und zu erleben? Die passive Sexualbegleitung ist eher eine Beratung. Die Anbieterin wird selbst nicht aktiv, sondern gibt Dir Hilfe zur Selbsthilfe. Dazu könnte auch gehören, Dich beim Sextoy-Kauf zu beraten oder einen Termin mit einer virtuellen Escortdame auszumachen. 
  2. Kuscheln, Schmusen, Küssen: Körperliche Nähe spielt eine wichtige Rolle bei der Sexualbegleitung. Ausgiebige Zärtlichkeiten gehören zu fast jedem Treffen dazu. Das fängt bei Umarmungen an und reicht bis hin zu gemeinsamen Stunden, die Ihr nackt im Bett verbringt. Übungen zur Körperwahrnehmung und Selbstliebe gehören ebenfalls unbedingt dazu, um nicht für immer auf die Dienste angewiesen zu sein. 
  3. Surrogatbeziehung: Ähnlich wie beim Begleitservice ohne Sex verbringt die Sexualbegleiterin einfach Zeit ein Deiner Seite. Das Modell ist auf längere Zeit angelegt und setzt Deine emotionalen Bedürfnisse und Wünsche in Zentrum. Es kann jedoch ganz schön schwer sein, sich nicht wirklich in die Sexualassistenz zu verlieben. Deswegen ist das Konzept umstritten. 
  4. Massagen und Berührungen: Die erotische Massage hat eine beruhigende, fast schon heilsame Wirkung. Gerade für Behinderte ist sie eine gute Option, um in einem geschützten Rahmen Sinnlichkeit zu erleben. Es gibt viele Arten von Massagen, die sich gut anfühlen und den ganzen Körper einbeziehen. Außerdem unterliegt diese Dienstleistung keinem so großen Stigma. 
  5. Erotische Erfahrungen: Sex ist kein fester Bestandteil der Sexualbegleitung. Aber er kann durchaus dazugehören, wenn alles passt. Es fällt vielen Menschen mit Handicap schwer, einen passenden Sexualpartner zu finden. Durch den Sex mit der Sexualassistenz kannst Du mehr Selbstbewusstsein entwickeln und erste Erfahrungen machen. Das gibt Dir mehr Sicherheit für Deine erotische Zukunft. 

Keine Übernahme durch die Krankenkasse: Kosten für Sexualassistenz

Sexualbegleitung für Frauen kann viele Formen annehmen. Es gibt relativ wenige männliche Sexualbegleiter, die sich den emotionalen und körperlichen Bedürfnissen widmen. (Bildnachweis: © Elitsa Deykova – istockphoto.com)

Ich muss Dich direkt enttäuschen: Es gibt leider keinen „Sex auf Rezept“. Obwohl die Sexualbegleitung einen wertvollen Beitrag zur körperlichen und mentalen Gesundheit leisten kann, müssen Betroffene selbst für die Kosten aufkommen.

Eine Stunde mit einer Sexualbegleiterin kostet zwischen 120 und 130 Euro. Dabei spielt es keine Rolle, was Ihr miteinander macht. Die Bezahlung läuft ähnlich wie bei einem Escort-Date: Du buchst die Dame für eine gewisse Zeit und Ihr bestimmt gemeinsam, wie Ihr die Stunden füllt. 

Im Vergleich zu einem Besuch im Bordell sind die Preise für die Sexualassistenz recht hoch. Allerdings ist die Sexualbegleitung auch mehr als schneller Sex. Wenn Du eine günstige Alternative suchst, ist ein (barrierefreies) Bordell eine gute Wahl. Dort hast Du auch die Möglichkeit, ohne Sex zu kuscheln, zu küssen und zu schmusen. Auch eine Escortlady oder eine Girlfriend-Experience könnten sich für Dich lohnen. BDSM-Fans finden in meiner Suche sicherlich schnell ein Domina-Studio, das sich Deinen bizarren Fantasien sicher und sorgfältig annimmt. Extrakosten für behinderte Gäste gibt es relativ selten. Viele Frauen (und Männer) in der Rotlichszene arbeiten gern mit behinderten Gästen und berechnen keinen Aufschlag für den zusätzlichen Aufwand. 

Da viele Sexualbegleiterinnen aus der spirituellen Szene kommen, haben sie viel Verständnis für Deine Sorgen. Das gilt auch für die finanzielle Seite der Angelegenheit. Ich habe bereits von einigen Tantra-Massagestudios gehört, die einen Sozialtarif für Menschen mit Behinderung anbieten. Natürlich solltest Du das nicht ausnutzen – aber fragen kostet nichts!

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Fazit: Jeder Mensch hat das Recht auf Liebe!

Sexuelle Selbstbestimmung ist für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit. Aber was, wenn man selbst nicht (mehr) in der Lage ist, die körperlichen Bedürfnisse selbst zu befriedigen? Ich finde es super, dass es Expertinnen gibt, die sich diesem Thema widmen. Die besonderen Dienstleistungen für Menschen mit Behinderung sind mehr als ein erotischer Zeitvertreib. Es geht darum, für jeden Kunden genau die richtige Art von Zärtlichkeiten zu finden. Das muss jedoch nicht bedeuten, dass es Geschlechtsverkehr gibt – eine Umarmung ist manchmal wertvoller als der verrückteste Sex. 

Meine Meinung zum Thema:

Eine Sexualbegleitung ist eine hervorragende Idee, wenn Du Dich nach Nähe und Zuwendung sehnst. Auch bei besonderen Bedürfnisse und Voraussetzungen sind die Damen und Herren die richtigen Ansprechpartner. Sollte es jedoch „nur“ um den Sex gehen, könnte sich auch ein Besuch im Puff lohnen. Viele Bordelle haben aufgerüstet und bieten barrierefreie Zugänge und Zimmer, in die auch ein Rolli passt. Und auch in den SM-Studios hat man sich auf Gäste mit Handicap eingestellt: Breite Türen, ergonomische Sexmöbel und Spezialanfertigungen öffnen die Welt der Fetische für alle neugierigen Seelen. 

Erotische Sexualbegleitung ist ein ganz besonderer Service. Viele Anbieterinnen sind hauptsächlich in einer anderen Sparte der Sexarbeit aktiv. Du findest sie bei den erotischen Massagen oder bei einer Escort-Agentur. Die Sexualbegleitung ist ein zusätzlicher Service, bei dem sie sich besonders viel Zeit für Dich nehmen. In meiner kostenlosen, diskreten Suche beim Redlight-Guide findest Du alle Angebote für Erwachsene in Deiner Nähe.


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Über den Autor

Redlight Guide

Ich bin Moritz, Dein Redlight Guide und Experte für Liebe, Lust und Zärtlichkeit gegen Geld. Ich bin seit einigen Jahren aktiv als Freier unterwegs und habe schon viele Erfahrungen machen dürfen. Im Sex-Blog teile ich mein Wissen und meine Erlebnisse mit Dir – ehrlich, tabulos und informativ.