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Sex mit Publikum – wie macht man das als Pornostar?

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Sex hat man normalerweise zu zweit im Schlafzimmer, ganz intim, ohne Zuschauer. Meistens jedenfalls. Ich würde behaupten, dass ich häufiger Sex mit Publikum hatte als ohne. Für mich ist es ganz normal, dass mir Leute beim Sex zuschauen. Sonst wäre der Job als Pornodarsteller auch etwas schwierig. 😜

Obwohl ich den Sex in der Öffentlichkeit gewohnt bin, gibt es auch für mich noch neue Erfahrungen. Im Herbst 2021 habe ich im Schauspielhaus Zürich an der Inszenierung von „Kurze Interviews mit fiesen Männern – 22 Arten der Einsamkeit“ mitgewirkt. Und ich muss sagen: Das hat mich ordentlich gefordert. Meine Gedanken zum Thema habe ich für Dich aufgeschrieben.

Mein erster Pornodreh: So fühlt man sich als Pornostar

Meine Filme werden von hunderttausenden Menschen gesehen. Das ist mir völlig bewusst, wenn ich vor der Kamera Sex habe. Aber es gibt da ein viel unmittelbareres Publikum: Die Menschen am Filmset.

Du musst Dir das so vorstellen: Wir Schauspieler sind ja nicht allein am Set. Selbst in den intimsten Momenten hüpfen mindestens drei Kameraleute, Tonassistenten und Licht-Techniker um uns herum. Dazu kommen Regisseur, Assistenz, Intimitäts-Koordinatorin, Co-Stars in der Drehpause, Maske, Catering… Bei einem durchschnittlichen Pornodreh versammeln sich locker 15 bis 20 Leute ums Bett.

Bei meinem ersten Dreh war ich naturgemäß extrem aufgeregt. Dass später eine riesige Zuschauerschaft den Porno sehen würde, war gar nicht das Problem. Die sieht man ja in dem Moment nicht.

Nackt auf der Bühne: Das muss man sich erstmal trauen! (Bildnachweis: Schauspielhaus Zürich / Sabina Boesch)

Gerade bei Neulingen und Anfängern in der Pornobranche ist das Filmteam jedoch sehr verständnisvoll. Zumindest ist das heute der Standard. Bei meinem ersten Dreh in den 90ern war das leider noch nicht so. Es musste alles schnell, schnell gehen, Rücksicht wurde eher nicht genommen. Ich habe mich aber ganz gut geschlagen, denke ich.

Ich bin froh, dass sich die Kultur am Set in der Hinsicht geändert hat! Heute gibt es sogar eine Intimitäts-Koordinatorin bei vielen Produktionen, die sich um das Wohlbefinden der Stars kümmert.

Sex auf der Show-Bühne: Ganz anders als gewohnt

Gute Laune direkt vor der Show. Meine Routine vor einem Auftritt gibt mir die nötige Sicherheit, um vor dem Publikum alles zu geben.  (Bildnachweis: Privat)

Man denkt, dass der Schritt auf die Showbühne dann gar nicht mehr dramatisch ist. Aber: Falsch gedacht!

Als ich meine erste Anfrage für eine Sex-Liveshow bekam, dachte ich: „So what?!“ Ich stand damals schon einige Jahre für Pornos vor der Kamera. Viel „schlimmer“ konnte es ja kaum sein, vor einem Live-Publikum zu performen. Damals wusste ich noch nicht, dass selbst namhafte, internationale Pornostars in diesem Metier keine gute Figur gemacht hatten.

Ich sagte also zu und nahm den Job (und die Herausforderung) an.

Mich erwartete eine Großraumdisko nebst semi-gutgelaunter Showpartnerin. Der Veranstalter meinte, die Stimmung wäre noch nicht aufgeheizt genug, um pünktlich anzufangen.

 

Ein paar Drinks später war mangelnde Stimmung im Publikum definitiv kein Thema mehr. Im Gegenteil: Es wurde gegröhlt, randaliert und ordentlich Party gemacht. Die Security schien ihre liebe Mühe zu haben, den Hexenkessel zu bändigen. Und wir sollten mittendrin auf der Bühne Sex haben!

Plötzlich sollte alles ganz schnell gehen. Wir haben uns also ins Getümmel gestürzt. Inmitten von heftigen Beats und blitzenden Strobolights hatte ich die Erkenntnis, dass das so gar nicht mein Ding war. Irgendwie haben wir die Show über die Bühne gebracht. Aber ich war erst einmal für ein paar Jahre kuriert von solchen Veranstaltungen.

Das Projekt „Kurze Interviews mit fiesen Männern – 22 Arten der Einsamkeit“ war das komplette Kontrastprogramm. Das Theaterstück befasst sich mit toxischer Männlichkeit, mit Scham und der Entmenschlichung durch hypersexualisiertes Verhalten. Die Themen sind knallhart und schwer zu verdauen. Es fand im Herbst 2021 statt und lief über mehrere Vorstellungen. 

Live-Sex war ein Teil der Performance, ja. Aber eingebettet ins Bühnenbild, durch das sich die Zuschauer bewegen konnte. Wer genauer hinschauen wollte, musste stehen bleiben – und wurde damit selbst zum Teil des Stücks. Sehr spannend – und definitiv fordernd!

Die direkte Interaktion mit dem Publikum hat das Projekt sehr anspruchsvoll gemacht. Normalerweise sehe ich meine Zuschauer ja nicht! (Bildnachweis: Schauspielhaus Zürich / Sabina Boesch)

Intimes an der Oberfläche: So geht man als Pornostar damit um

Nun bin ich ja schon einige Jahre als Pornostar aktiv. Der öffentliche Umgang mit der eigenen Sexualität ist eine Fähigkeit, die sich entwickeln muss. Ich bin mir sicher, dass nicht jeder Mensch Lust auf diesen Aspekt des Jobs hat. Das ist völlig okay! Wer Pornodarsteller werden will, muss sich aber zwangsläufig damit auseinandersetzen, Sex vor Publikum zu haben.

Mein Tipp: Konzentriere Dich auf Deinen eigenen Körper und seine Zeichen! Das gilt nicht nur vor der Kamera, sondern auch in anderen erotischen Situationen mit Zuschauern. Ob im Saunaclub oder bei einer Orgie: Sei ganz bewusst bei Dir. Und wenn Du das gemeistert hast, kannst Du die Aufmerksamkeit des Publikums genießen!

Der Job als Pornodarsteller ist sehr befriedigend, aber birgt auch einige Herausforderungen. Man muss damit umgehen können, dass man in seinen intimen Momenten gefilmt und beobachtet wird. Das erfordert viel Offenheit und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber. Wenn man mit sich selbst nicht im Reinen ist, kann das ganz schön in die Hose gehen. Aber ich finde es auch sehr spannend, diese Themen im Licht der Öffentlichkeit zu erforschen.

Apropos Erforschen: In meinem Metier lernt man immer wieder was dazu. Ich liebe das! Wenn Du auch mehr über mein Leben als Pornostar lernen willst, dann empfehle ich meine verrückten Geschichten vom Pornoset. Oder Du stöberst durch meine Suche im Redlight Guide, um Deinen eigenen erotischen Horizont zu erweitern. Viel Spaß!

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Über den Autor

Conny Dachs

Moin, ich bin Conny! Wahrscheinlich hast Du schon einige Pornos mit mir geschaut. Also, vermutlich nicht wegen mir, aber das ist ja egal! Aber auch abseits vom Filmset ist Sex meine große Leidenschaft. Als Redlight Guide versorge ich Dich mit allen Informationen und News aus der Rotlichtszene. Tiefe Ausschnitte, sexy Einblicke: Tabus gibt es bei mir keine!