Fremdgehen, Prostitution und Treue: Das liegt oftmals nahe beieinander.
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Prostitution und Treue: Passt das zusammen?

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Viele Männer, die sich einen Besuch im Bordell gönnen, leben in einer Beziehung. Und wahrscheinlich weiß nicht jede Partnerin, was sich hinter verschossenen Hoteltüren abspielt. Aber macht das automatisch Sexarbeit unmoralisch? Eine Sexarbeiterin hat über das Thema Prostitution und Treue gesprochen und ihre Perspektive geteilt.

In einer idealen Welt wissen alle Beteiligten über den Sex außerhalb der Beziehung Bescheid und haben grünes Licht gegeben. Das entspricht jedoch häufig nicht der Realität. Es sagt sich so leicht: „Wenn der Mann mehr Sex will, soll er das sagen und nicht im Bordell fremdgehen!“ Aber so einfach ist es nicht.

Es fällt vielen Menschen schwer, über ihre sexuellen Wünsche zu sprechen. Dazu kommt noch die gesellschaftliche Erwartung, in einer Beziehung auf ewig nur eine Person attraktiv zu finden. Das macht den Wunsch nach fremder Haut zu einem absoluten Tabuthema. Kein Wunder, dass sich viele Männer nicht trauen, ihre Unzufriedenheit oder ihre Fantasien offen anzusprechen!

Ist der Seitensprung im Bordell unmoralisch?

Die Hamburger Sexarbeiterin Josefa Nereus hat in einem Youtube-Video ausführlich über ihre Perspektive als Prostituierte gesprochen. Sie erzählt, dass viele ihrer Gäste einen Leidensdruck spüren, aber ihre Partnerin nicht mit ihrer Libido überfordern wollen. Es geht darum, „dass sie endlich eine gewisse Form der Sexualität – oder überhaupt Sexualität – und damit auch Berührung, Zärtlichkeit wieder spüren wollen und daran scheitern, dass das mit ihrem Partner nicht möglich ist.“

In manchen Situationen ist es sogar besser, mit einem Bordellbesuch den Konflikt aus der Beziehung zu nehmen. Wenn die Libidos der Partner gar nicht zusammenpassen, entsteht sonst Erwartungsdruck – keine gute Voraussetzung für ein harmonisches Zusammenleben.

Übrigens: Es ist gar nicht so, dass Männer grundsätzlich mehr Sex wollen als Frauen. Manchmal ist es die Frau, die sich zurückgewiesen vorkommt, weil ihr Partner weniger Erotik leben möchte.

Manche Fantasien und Wünsche scheinen in der „braven“ Liebesbeziehung unerreichbar. Viele Gäste verschleiern ihre Besuche im Saunaclub oder beim Escort-Service, weil sie Angst vor der Ausgrenzung und Ablehnung haben. Der Wunsch nach einem sexuellen Abenteuer erzeugt oft Gewissensbisse und negative Emotionen. Aber auf der anderen Seite ist es auch keine Lösung, einen Teil der eigenen Sexualität unterdrücken zu müssen.

Das lässt noch die Frage offen, ob die Sexarbeiterin eine Mitschuld an der Untreue ihrer Gäste trägt. Denn natürlich ist den meisten Damen bewusst, dass ihre Gäste in einer Beziehung leben. Aber sie sind nicht dafür verantwortlich, welche Entscheidungen andere Menschen treffen. Und sie verurteilen ihre Gäste auch nicht dafür, denn sie kennen die oftmals komplexe, emotionale Situation. 

Es ist sehr leicht, Seitensprünge und Untreue moralisch zu verurteilen. Aber wenn wir einen Schritt zurücktreten, ist das Thema Prostitution und Treue viel komplexer. Man sollte niemals über andere Menschen und deren Entscheidungen urteilen – und auch nicht zu streng mit sich selbst ins Gericht gehen.

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Über den Autor

Conny Dachs

Moin, ich bin Conny! Wahrscheinlich hast Du schon einige Pornos mit mir geschaut. Also, vermutlich nicht wegen mir, aber das ist ja egal! Aber auch abseits vom Filmset ist Sex meine große Leidenschaft. Als Redlight Guide versorge ich Dich mit allen Informationen und News aus der Rotlichtszene. Tiefe Ausschnitte, sexy Einblicke: Tabus gibt es bei mir keine!